Es stellt sich beim Thema „Nachhaltigkeit des Einzelnen“ eigentlich immer eine Ursprungsfrage:
„Wo fange ich bei mir mit dem Thema Nachhaltigkeit an und wie kann daraus letztlich ein nachhaltiger Lebensstil werden?“
Eine gute Einstiegsantwort auf diese Frage ist zweifelsohne, dass es meist im Kleinen beginnt.
Weil es so gut passt, folgend ein Beispiel dafür, wie Alltagssituation auf einmal in den eigenen Nachhaltigkeits-Fokus geraten können.

 

Alltag und Nachhaltigkeit

Vor kurzem realisierte ich, dass der kleine, hölzerne Balkontisch, den ich vor einigen Monaten zum Schreibtisch umfunktionierte, wohl doch keine dauerhafte Lösung in Sachen Heim-Arbeitsplatz ist. Zu wenig Arbeitsfläche, zu unbequem und ab dem kommenden Frühjahr will mein Sohn ihn auch wieder auf seinem Balkon stehen haben.
Der Entschluss „Ein neuer Schreibtisch muss her!“ war somit schnell getroffen und die geforderte Zusatzoption „höhenverstellbar“ ließ auch nicht lange auf sich warten.
Ein Schreibtisch rangiert in der Rubrik MÖBEL. An Möbel werden heutzutage vielfach recht hohe Ansprüche in Sachen Ästhetik und Design gestellt.
Aufgrund der Tatsache, dass ich meinen persönlichen Lebensstil seit einiger Zeit sukzessive immer nachhaltiger gestalte, gehe ich an die Anschaffung eines höhenverstellbaren Schreibtisches mittlerweile eben auch mit einem nachhaltigen Maßstab heran.
Meine Erwartungen an einen nachhaltigen Schreibtisch sind eigentlich klar umrissen. Für mich soll ein nachhaltiges Möbelstück mittlerweile folgende Punkte abdecken:
• stabil, haltbar, funktionell
• zu einem gewissen Anteil aus recyceltem Material hergestellt
• erschwinglicher Preis
• zu 100 Prozent recyclingfähig

 

Hier kommt ein Karton…
Meine Internetrecherche startet mit der Suchmaschineneingabe „Schreibtisch höhenverstellbar alternativ“.

Tja, und da entdecke ich sie dann auch schon: MEINE KARTONLÖSUNGACHTUNG: Hier kommt ein Karton 1

Kurzentschlossen gekauft, zügig geliefert und schon kann Kartonpappe in die Hand genommen werden.
Der Aufbau ist wirklich kinderleicht. Innerhalb von ein paar Minuten sind die Einzelteile ineinander gesteckt.
Als der Tisch in seiner ganzen Pracht (1200 L x 590 B x 750 H mm) vor mir steht und ich einen ersten Belastungstest vornehme, bin ich wirklich erstaunt.
„Boah, ist das Teil stabil!“
Es ist unglaublich, mit welcher Tragkraft und Stabilität Pappe bzw. Karton daherkommt.

 

Karton auf Karton
ACHTUNG: Hier kommt ein Karton 4Der Schreibtisch alleine bietet aber noch keine Möglichkeit der Höhenverstellung.Also nochmals ganz kurz ein wenig Pappe knicken und ineinander stecken – schon ist auch die Höhenverstellung vorhanden. Wenn aus dem Schreibtisch ein Stehtisch werden soll, müssen die beiden Erhöhungselemente nur auf dem Schreibtisch platziert werden.

 

Noch wirkt der Stehtisch etwas kahl. Mit ein wenig technischem Equipment sieht das dann so aus:

ACHTUNG: Hier kommt ein Karton 3

Erfüllt diese Papplösung denn auch meine eingangs erwähnten Punkte in Sachen Nachhaltigkeit und Nutzen?
AUF JEDEN FALL!
Pappe ist ein besonders nachhaltiger Rohstoff. Zu knapp 70 Prozent sind die Elemente dieser Schreibtischvariante aus  recycelten Papierfasern hergestellt. Die Herstellung der Erhöhungselemente erfolgt in Deutschland und auch die Pappe wird hierzulande hergestellt. Der Schreibtisch stammt aus den Niederlanden.
Sollte der Tisch irgendwann einmal ausgemustert werden, kann er ganz unkompliziert in der Papiertonne entsorgt und zu 100 % wiederverwertet werden.
Sehr viel nachhaltiger geht es also nicht…

Der Tisch und die Erweiterungselemente sind sehr stabil und auch der Auf- und Abbau geht absolut fix von der Hand. Toll dabei: man benötigt keinerlei Werkzeug. Sofern man die Tischteile nicht mit in die Badewanne nimmt, ist die Nutzungsdauer auf mehrere Jahre ausgelegt.
Auch der Wechsel zwischen Sitz- und Stehposition ist innerhalb von einer Minute vollzogen.

Und jetzt zum Preis: der Schreibtisch kostete knapp 35 EURO und die beiden Erhöhungselemente zusammen um die 30 EURO. Somit muss man ungefähr zwischen 60 und 70 EURO in die Hand nehmen, wenn man diese tolle, höhenverstellbare und wunderbar nachhaltige Tischvariante besitzen möchte.
Ich nenne das einfach mal einen fairen Preis.
Do it yourself aus vorhandenen Kartonbeständen wäre natürlich noch ein wenig günstiger und sogar noch einen Ticken nachhaltiger…aber man braucht ja auch noch Optimierungspotential für die Zukunft. 😉

 

Die liebe Optik
Manch einer von uns mag sehr kritisch sein, wenn es bei Möbeln um Form und Farbe geht.
Das graubraune Karton-Material kommt eher unauffällig daher und erinnert vermutlich schnell an eine Studentenbude und nicht unbedingt an ein stylisches Arbeitszimmer. Bisweilen weckt es vielleicht Erinnerungen an vergangene Zeiten, als mancher von uns noch ein wenig improvisatorischer unterwegs sein durfte. Die guten alten Zeiten halt…
ABER: auch mit Karton geht es natürlich stylischer!

Solltest Du eine kreative Ader besitzen, kannst Du Dich bei der Gestaltung Deines Schreibtisches künstlerisch voll und ganz austoben. Karton bzw. Pappe lässt sich wunderbar bemalen, bekleben oder anderweitig verzieren.
Und wer kein künstlerisches Talent bei sich verorten kann, drückt einfach seinen Kindern oder einem anderen Familienmitglied ein paar Stifte oder Pinsel in die Hand…surprise surprise.

Dem ganz persönlichen, individuellen Möbel-Kunstwerk steht eigentlich nichts mehr im Wege.

 

Mein persönliches Fazit
Mehr Nachhaltigkeit in den eigenen Alltag zu bringen hat viel mit „Einfach mal machen!“ zu tun. Es geht hierbei vor allem ums Einüben von neuen Verhaltensmustern und einer neuen Handlungspraxis.
Egal ob Du Dir zuerst Deine Mobilität, Deine Ernährung, Deinen Konsum, Dein Freizeitverhalten oder irgendeinen anderen Alltagsbaustein vornimmst: fang einfach mal in kleinen Schritten irgendwomit an.
Stück für Stück formt sich aus all diesen kleinen Schritten dann irgendwann Dein ganz eigener, nachhaltiger Lebensstil.
So, und nun bist Du dran!
Brauchst Du nicht zufälligerweise auch einen höhenverstellbaren Schreibtisch? 😉

Viele Grüße und eine Menge Spaß auf Deinem weiteren Weg in Richtung Nachhaltigkeit.
Karsten

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