Wenn ich in Filialen anrufe, höre ich ganz oft den Satz: „Ach, Frau Berg, schon wieder im Auto unterwegs?“

Und das kommt auch nicht von ungefähr: Zum Einem nutze ich oft meine Zeit während des Autofahrens für Telefonate, da ich so das Gefühl habe, effektiver zu sein. Eben typisch Frau: immer Multitasking:-)

Zum anderen bin ich wirklich viel unterwegs: Ich fahre im Monat zwischen 2000 und 5000 km für meinen Job.

Das liegt daran, dass ich ein relativ großes Betreuungsgebiet habe: ich betreue alle Mitarbeiter und Führungskräfte zwischen Emden und dem Harz in allen Personalfragen. Dann kommt noch dazu, dass ich vor knapp sechs Jahren- der Liebe wegen- ins Münsterland gezogen bin.

Ich war sehr froh, dass ich trotz des Umzugs mein Betreuungsgebiet behalten konnte. Ich gebe zu, sonst wäre mir die Entscheidung sehr schwer gefallen und ich befürchte fast, ich würde immer noch in einer Fernbeziehung leben:-).

Ich glaube, meine Chefin hatte damals Zweifel, ob und wie lange ich diese Wegstrecken durchhalten werde, aber die Entfernungen haben eher meine Leidenschaft für´s Autofahren gestärkt. So bin ich eigentlich fast täglich – mindestens jedoch zwei Mal die Woche- auf der Autobahn zwischen Bremen, Hannover und dem Münsterland unterwegs.

Ich gebe zu, die Zeit im Auto ist die einzige Zeit des Tages, in der ich mich erholen kann und wirklich Zeit für mich habe. Ich weiß, das klingt im ersten Moment ungewöhnlich. Morgens nutze ich die Zeit zum Frühstücken, höre Podcasts oder gehe gedanklich die anstehenden Aufgaben des Tages durch.

„On the Road“

Wenn es der Verkehr und meine Konzentration erlaubt, telefoniere ich auch mit Kollegen und Freunden. Es hat sich in den letzten Jahren schon eine ungeschriebene Regel ergeben, wann wer am besten erreichbar ist und oft wartet mein Gegenüber auch schon zu dieser Zeit auf meinen Anruf. Am Ende des Arbeitstages nutze ich meine Fahrzeit für die Rückrufe, die ich im Laufe des Tages nicht geschafft habe oder Anrufe bei der Familie. Meine Familie und Freunde sind klare Nutznießer, so oft würde ich mich sonst sicher nicht melden.

Wenn ich an Projekten arbeite, kommen mir oft im Auto die besten Ideen zur Vorgehensweise. Diese Ideen spreche ich mir dann oft auf meine eigene Mailbox, damit ich diese nicht vergesse. Notizen sind natürlich Tabu! Zum Glück gibt es Freisprechanlagen:-)

„On the Road“ 2

Und das Beste am Autofahren: wenn ich nach ein, zwei Tagen Abwesenheit nach Hause komme, ist mein Kopf frei und ich kann meine Freizeit für Haus, Freund und Garten nutzen.

Sicherlich bin ich damit eher untypisch! Ich kann verstehen, dass Mitarbeiter heimatnah eingesetzt werden wollen und am liebsten mit dem Rad zur Arbeit kommen.

Für mich sind die langen Entfernungen jedoch das Beste, was mir passieren konnte!

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